Dachlandschaft
Die Erhaltung des Kulturbesitzes
gehört seit dem 19. Jahrhundert zu den wichtigsten Aufgaben der Kulturpflege.
Die historische Graser Dachlandschaft ist ein wesentlicher Teil unseres
Weltkulturerbes und daher im besonderen Maße erhaltungswürdig. Der Begriff
Altstadterhaltung ist vielschichtig. Man könnte Ihn als die Summe der Maßnahmen
begreifen, deren Ziel es ist die ästhetische Wirkung baulicher Substanz in Ihrer
Gesamtheit vor wesensfremden Eingriffen zu bewahren. Wesensfremde Eingriffe
können unter ästhetischen Gesichtspunkten Dachsanierungen oder Dachreparaturen
aller Art sein. Dachlandschaft ist an sich ein wertneutraler Begriff für die
Gesamtheit aller Dachzonen eines Stadtteils. Jedes einzelne erhaltene
historische ist bedeutungsvoll und formt das harmonische Bild einer
Dachlandschaft. Deshalb ist in besonderem Maße von allen Beteiligten die Liebe
zum Detail gefordert, um die historische Dachlandschaft, welche wir als
Erbschaft erhalten haben, für die Zukunft in Ihrer originalen Qualität sichern.
Der Begriff Dachlandschaft lässt sich als erlebbares überliefertes
Erscheindungsbild im Ensemble von Dacharchitekturen erfahren. Angesichts des
erhöhten Standpunkts vom Schlossberg und der umliegenden Hügeln von Graz, kommt
der historischen Dachlandschaft maßgebende Bedeutung zu. Diese überlieferten
Dacharchitekturen lassen sich genau definieren. So wurde bereits durch ein
Gemälde eines unbekannten Künstlers, ÖL/Leinwand, um 1910 das Erscheinungsbild
mit Blick von Osten auf das Gebiet um den Ruckerlberg (Asbestzementfaserplatten
und Naturschieferplatten) Auf dem Altstadtkern (Ton-Ziegel-Dach) ästhetisch
dargestellt und unterschieden. So können wir von einer Sichtbarkeit sprechen,
die vom Standpunkt des Betrachters abhängig ist. Entweder als Draufsicht in Form
einer Vogelperspektive, oder als Teil einer Ansicht der Fassade. Einen wichtigen
Beitrag zur Vielfalt einer Dachlandschaft stellen die Architektur und die
Anwendung unterschiedlicher Materialien dar. Ersteres wurde durch die
unterschiedliche Zeitepochen der Baukunst geprägt, letzteres durch die
Überlieferung von Materialfertigung und Tradition des Handwerks. Jedoch war
nicht nur die Ästhetik, sondern auch der Nutzen für die permanente
Weiterentwicklung ausschlaggebend. Die klimatischen Verhältnisse, die uns eine
vorgegebene Voraussetzung für einen bestimmten Typus von Dachdeckung schaffen,
sind dem Sicherheitsbedürfnis einer Stadtgleichzusetzen, die durch Feuerbrünste
seine Bedeutung in der Materialbeschaffung der Bedachungselemente fanden.


